In der aktuellen Ausgabe der NEON wird in einem Artikel die Situation von von Frauen betriebener Blogs bemängelt: Es befänden sich kaum politische oder gesellschaftskritische Blogs darunter, derartige Seiten würden vornehmlich von Männern unterhalten. Frauen hingegen tauschten sich am liebsten über Nähen, Häkeln, Stricken und die alltäglichen Probleme von Hausfrauen und Müttern aus. Ich stehe folgendermaßen dazu:
Ich mag Handarbeit. Ich mag es, in einer hübschen, nach meinem Stil eingerichteten Wohnung zu wohnen. Ich mag es, mich bunt und hübsch zu kleiden. Ich mag Näh- und Dekotagebücher lieber als Politikgezeter.
Allerdings bin ich wohl in gewissem Maße auch eine Feministin. Jedenfalls würden das wohl andere über mich sagen, auch wenn ich das früher negierte, mit der Behauptung, für mich sei Gleichberechtigung selbstverständlich und daher müsse ich dafür nicht vehement eintreten. Auch möchte ich keine Besserstellung der Frau. So langsam schwant mir aber, dass das mit der Gleichberechtigung nicht ganz so fortgeschritten ist.

Die typische Rollenverteilung ist gerade hier im konservativen Schwabenländle (aus dem ich ja Gott sei Dank bald weg bin), aber durchaus auch anderswo, fest in den Köpfen verankert:
Nachdem ich mein erstes Examen mit Bestnote bestanden hatte und mich an die Doktorarbeit machte, fragte meine Oma mich allen Ernstes: "Ach, und du bist jetzt also nur noch Hausfrau?"
Man fragt grundsätzlich mich, ob ich nicht noch eine Zucchini aus dem Garten mitnehmen will, denn da könne ich ja noch eine schöne Suppe draus kochen.
Im DAV wird natürlich mein Mann als Vollmitglied eingestuft und ich nur als B-Mitglied, obwohl ich das ausdrücklich offen gelassen hatte.
Was mich aber auch nervt, ist diese neue Masche, dass Hausfrauen und Mütter ihre Stellung mit Beschreibungen aufwerten wollen: "Ich bin Managerin, Ärztin, Reinigungskraft, Köchin, Chauffeurin, bla bla bla"
NEIN! Ihr seid Mutter und Hausfrau und sonst nix. Da muss man auch mal zu stehen. Da gibts nix zu beschönigen. Wenn man sich dazu entscheidet, der Gesellschaft seinen Uterus zu opfern, so muss man wohl damit leben. Ich halte lieber meinen Kopf hin und leiste wertschöpfende Denkarbeit.
Nun fragt sich vielleicht der ein oder andere, warum ich das hier nun auf meinen "Mädchen-Deko-Schöne-Sachen-Blog" postiere: Ganz einfach, weil ein Mensch viele Seiten hat. Nur weil man für Gleichberechtigung eintritt, heißt das noch nicht, dass Frauen nun männlicher werden oder Männer weiblicher. Was auch immer das heißen soll. Ich finde, dass jeder seine persönlichen Interessen verwiklichen können muss. Ich häkele gerne, finde Aerobic toll, kümmere mich ums Wäschewaschen, ziehe gerne bunte Sommerkleidchen an und freue mich über einen neuen Haarschnitt oder ein neues duftendes Duschgel. Gleichermaßen tapeziere ich aber auch gerne meine Wohnung, schleppe Umzugskisten, laufe ungewaschen drei Wochen mit einer Wechselschlüpfer über die Alpen und kacke auf einen Berg und finde die GALA scheiße.
Mehr dazu und zu der Frage, warum es Frauensaunas aber keine Männersaunas gibt, später.
Danke auch an
infemme, die mir mit ihrem lachmuskelzerreißenden Blog den Anstoß zu diesem Beitrag gegeben hat.